Der Naturpakt ist ein Programm, das 2021 durch das Ministerium für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, das kommunale Engagement für den Naturschutz zu fördern. Die Gemeinde Esch-Sauer ist dem Naturpakt als eine der ersten Gemeinden im November 2021 beigetreten.

Die Themen des Naturpaktes sind vielfältig und wurden in einem Katalog mit 77 Maßnahmen konkretisiert. Die Maßnahmen lassen sich sechs unterschiedlichen Themenfeldern zuordnen:

  • Strategie

In diesem Themenbereich geht es unter anderem um die strategische Ausrichtung der Gemeinde im Naturschutz sowie um Naturschutzgebiete und Natura 2000-Gebiete in der Gemeinde.
Informationen zu den einzelnen Maßnahmen im Themenfeld Strategie finden Sie hier.

  • Siedlungsraum

In den Ortschaften soll die Biodiversität unter anderem durch die Anlage naturnaher öffentlicher Grünflächen mit Nistmöglichkeiten z. B. für Wildbienen und die Installation von Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse an öffentlichen Gebäuden gefördert werden. Naturnahe Grünanlagen aber auch Dach- und Fassadenbegrünungen bieten innerhalb der Ortschaften Lebensräume für Pflanzen und Tiere und unterstützen zugleich die Anpassung an den Klimawandel. Ziel ist es außerdem, die negativen Auswirkungen der Beleuchtung auf nachtaktive Tiere durch eine möglichst tierfreundliche Beleuchtung so weit wie möglich zu reduzieren.
Informationen zu den einzelnen Maßnahmen im Themenfeld Siedlungsraum finden Sie hier.

  • Offenland

In der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft ist es wichtig, sogenannte Korridore und Trittsteine zu schaffen entlang derer Tiere und Pflanzen zwischen Lebensräumen wandern können. Diese Strukturen werden unter anderem durch Hecken und Baumreihen oder auch extensiv gemähte Säume aus Kräutern und Gräsern entlang der Feldwege zur Verfügung gestellt. Auch die gezielte Extensivierung von landwirtschaftlichen Flächen kann einen wichtigen Beitrag für den Erhalt und die Förderung inzwischen teils seltener Arten leisten.
Informationen zu den einzelnen Maßnahmen im Themenfeld Offenland finden Sie hier.

  • Wasser

Auch Fließgewässer sind wichtige Elemente in der Landschaft, über die Lebensräume miteinander vernetzt werden können. Daher fördert der Naturpakt auch die Renaturierung von Bächen und ihren Uferstreifen. Darüber hinaus sollen außerdem Feuchtgebiete wie Auenwälder und Feuchtwiesen erhalten und so weit wie möglich gefördert werden, um auch Pflanzen und Tieren Lebensräume zu bieten, die an diese speziellen Bedingungen angepasst sind.
Informationen zu den einzelnen Maßnahmen im Themenfeld Wasser finden Sie hier.

  • Wald

Ziel bei der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes ist eine möglichst große Naturnähe, die einerseits die Artenvielfalt fördert und die Wälder zudem widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels macht. Deshalb fördert der Naturpakt unter anderem den Erhalt sogenannter Biotopbäume, das sind Bäume mit einem besonderen Wert für die Biodiversität, und ebenso den Erhalt von Totholz. Auch spezielle Kleinstlebensräume wie Quellen oder Felsvorsprünge innerhalb der Wälder sollen gezielt erhalten und gefördert werden.
Informationen zu den einzelnen Maßnahmen im Themenfeld Wald finden Sie hier.

  • Kommunikation

In diesem Themenbereich geht es vor allem um die Sensibilisierung und Information der Öffentlichkeit zu Natur- und Artenschutz sowie um die Weiterbildung der Gemeindemitarbeiter.
Informationen zu den einzelnen Maßnahmen im Themenfeld Kommunikation finden Sie hier.

Das Naturpakt-Team

Um die Umsetzung des Naturpaktes in der Gemeinde kümmert sich das Naturpakt-Team als gemeindeinterne Arbeitsgruppe. Das Team legt jährlich ein Arbeitsprogramm fest und bestimmt damit die Projekte, die die Gemeinde im Rahmen des Naturpaktes für den Naturschutz umsetzen soll. Das Team begleitet diese Projekte und berichtet über ihre Umsetzung. Obligatorische Mitglieder des Naturpakt-Teams sind ein/e Vertreter/in des Schöffenrates, der/die für den Gemeindewald zuständige Förster/in und der/die Naturpakt-Berater/in der Gemeinde. Das Team ist darüber hinaus offen für weitere Vertreter/innen der Gemeinde, sowohl aus der Politik als auch aus den Gemeindediensten, und ebenso für Einwohner/innen der Gemeinde.

Naturpakt-Team (v.l.n.r.): Ruth Skinner, Jo Daleiden (Préposé de la nature et des forêts – Triage de la Haute-Sûre Sud), Benoit Hocq, Hildrun Vetter (Naturpakt-Beraterin), Charel Plier, Jenny Schank

Zertifizierung

Um das Engagement der Gemeinden zu dokumentieren, sieht der Naturpakt ein Zertifizierungssystem mit vier Leistungsstufen vor. Dieses basiert darauf, dass die Gemeinden für die Umsetzung der in den verschiedenen Themenfeldern vorgesehenen Maßnahmen Punkte sammeln können. Für die Basis-Zertifizierung muss eine Gemeinde mindestens 40 % der möglichen Punkte erreicht haben. Ab 50 % der Punkte wird die Bronze-Zertifizierung, ab 60 % die Silber-Zertifizierung und ab 70 % die Gold-Zertifizierung erteilt.

Ob die Gemeinden die Maßnahmen auch tatsächlich entsprechend den Anforderungen des Naturpaktes umgesetzt haben, wird in externen Audits überprüft. Ihr letztes Audit im Dezember 2024 hat die Gemeinde Esch-Sauer erfolgreich absolviert und mit 51 % der möglichen Punkte die Bronze-Zertifizierung erreicht.

Weitere Informationen zum Naturpakt

Alle weiterführenden Informationen zum Naturpakt finden Sie hier.

Bei Fragen zum Naturpakt können Sie sich gerne an Jenny Schank (Naturpakt-Schöffin) oder Hildrun Vetter (Naturpakt-Beraterin) wenden.

Jenny Schank
E-Mail: jenny.schank@esch-sur-sure.lu
Tel.: 621 660 740

Hildrun Vetter
Naturpark Öewersauer
E-Mail: hildrun.vetter@naturpark-sure.lu
Tel.: 89 93 31 – 228

Mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung.

Dernière modification le 30.04.2025
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